le grands transparents

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Siegel Milan Ro

milan rot Siegel

About

Die Werkstatt für Sinnfindung

Hinter der Namensgebung „Werkstatt für Sinnfindung“ könnte man tiefgreifend psychologische, philosophische, oder auch religiös gelagerte Bedeutungen vermuten.
Tatsächlich bewegen wir uns aber nicht willentlich zwischen Martin Heidegger und Viktor Frankl und auch nicht zwischen religiösen Wertvorstellungen und Hamlets Suche nach dem Sinn des Lebens bei der Betrachtung von Yoricks Schädel.
Wir beschäftigen uns vielmehr mit den Phänomenen zeitlich vergänglicher Trends von Formen, Funktionen und Bedeutungen unserer Kultur.

Die jeweils hochwertigsten Spitzenprodukte jeder Epoche landen in Museen, auf Auktionen und in den Vitrinen der Sammler. Einige Erzeugnisse finden zudem über den Weg der Flohmärkte zurück in den Benutzerkreislauf.

Was aber geschieht mit den anderen Produkten, mit den Mainstream Mitläufern, mit Schönem, dem herrschenden Zeitgeist aber nicht mehr Entsprechenden? Was geschieht mit Altbekanntem, Überflüssigem, Unbeachtetem und Vergessenem?

Wenn solche Dinge in unsere Hände gelangen, stellen stellen wir sie in Assemblagen zusammen, setzen kleine Interventionen. In neuer Ästhetik, einer geänderten, neuen Sichtweise, bringen wir sie in die Jetztzeit zurück.

Einen Bezug zwischen Hammer und Nagel und dem Menschen, der diese Dinge für seine Zwecke benutzt, den Sinn einer zweckmäßigen Nutzung also, stellen wir nicht oder nur bedingt in Frage.
Danach aber beginnt für uns ein Prozess des Hinterfragens, in dessen Verlauf wir uns auch gerne der Mittel des Humors, der Persiflage und generell der Überhöhung bedienen.

Wir entwickeln und produzieren also, in diesem diskursiven Prozess neue Produkte geistiger und physischer Natur. Dabei spielen wir offen und unverhohlen mit bestehenden Ergebnissen von Kunst, Kunsthandwerk, Design und Produkten industrieller Fertigung. Ausgehend davon, dass Kunst und Design in einem ständigen Dialog Zitate austauschen, gestatten wir uns, eine recht ungenaue Abgrenzung der beiden Begriffe und ihrer Erzeugnisse in diesem Prozess. Besonderes Augenmerk legen wir auf den Einsatz bereits verwendeter oder zur Entsorgung freigegebener Produkte.
Die dadurch neu entstehenden Erzeugnisse nennen wir Diskussionsbeiträge. Zu welcher Diskussion man sie verwenden mag, steht jedem frei.
In der Umsetzung greifen wir vorwiegend zur Technik der Assemblage, die uns gestattet, Dinge in Zusammenhang zu bringen, die bis dahin keine Berührungspunkte hatten. Wie bereits weiter oben erwähnt, wird in diesem Prozess Altbekanntes, Überflüssiges, Unbeachtetes und Vergessenes in neuer Ästhetik entwickelt, der Blick auf die Dinge spielerisch und humorvoll neu justiert.

Unter den Namen John Cristoph und milan rot arbeiten wir auch beratend und entwickelnd für andere Unternehmen.

 

Assemblage

Abgeleitet vom französischen Verb assembler, das in der deutschen Übersetzung zusammenfügen bedeutet, hat sich das Wort Assemblage vor allem in der Sprache der Kunst etabliert.

Zum Begriff als Collage mit plastischen Objekten wurde es wohl zuerst durch Auguste Rodin, der etwa ab 1895 damit begann, Kopien, Vergrößerungen und Reduktionen von Teil-Abgüssen bereits geschaffener Werke durch neue Kombinationen, auch mit anderen Elementen, zu neuen Skulpturen zusammenzustellen.

In der englisch sprachigen Welt, werden vorwiegend solche Arbeiten als Assemblagen bezeichnet, in denen drei-dimensionale Objekte mit vorgefundenen Teilen gefertigt werden.

Künstler, wie Marcel Duchamps, Roul Hausmann, oder Pablo Picasso entwickelten die Assemblage weiter und machten sie zum festen Bestandteil ihrer Arbeit. Weltbekannt wurde Picassos Stierschädl „Tête de taureau“, die Kombination eines Fahrradlenkers mit einem Fahrradsattel.

Später, ab den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, setzten im Windschatten von Jean Dubuffet und der Ausstellung „The Art of Assemblage im Museum of Modern Art in New York weitere namhafte Künstler, von Joseph Beuys, Alberto Burri bis zu Wolf Vostell, die Technik der Assemblage fort.

Wenn wir hier schon von Assemblagen sprechen, sollte wir verwandte Nebenbegriffe gleich mit erwähnen: Ready Made und Objet trouvé.
Von einem „Ready Made“ sprechen wir, wenn der Bearbeiter an einem vorgefundenen Gegenstand keine, oder so gut wie keine Veränderung vorgenommen hat. Beim „Objet trouve“ (franz. für gefundenen Gegenstand), wird die entstehende Arbeit aus vorgefundenen Gegenständen, oder auch aus Abfällen gemacht.

Grundsätzlich haben wir uns in unserer Arbeit dem Objet trouvé und der Assemblage, bei der auch neuwertige Gegenstände verwendet werden können, verschrieben.

 

Upcycling

In einer Welt schwindender Ressourcen ist die Wieder- oder Weiterverwertung von Materialien zu einem entscheidenden Themenbereich angewachsen, die Begriffe Recycling und Nachhaltigkeit zur Allzwecklösung geworden. Im Schatten dieser Entwicklung kam in den letzten Jahren eine neue Tendenz, ein neuer Begriff zum Tragen, das sogenannte Upcycling. Bei diesem Verfahren werden - im Gegensatz zum Recycling, bei dem mit Hilfe von Energie Abfallstoffe zu erneut verwendbaren Rohstoffen neu aufbereitet werden - bestehende Materialien oder Gegenstände durch Zuordnung neuer Funktionalität aufgewertet und in den Verwertungskreislauf zurückgeführt. Klingt etwas abstrakt und ist defacto in industriell hoch entwickelten Wegwerfgesellschaften noch nicht wirklich bedeutend. In anderen, ärmeren Gesellschaften und Ländern allerdings, ist Upcycling eine Überlebensmöglichkeit für Teile der Bevölkerung geworden. Besonders Produkte der Flechttechniken aus Plastiksäcken oder Altreifen haben Hochkonjunktur und finden heute sogar ihren Weg in den westlichen Konsumbereich. Wie sinnvoll der Import solcher Artikel, aufgrund der langen Transportwege, sein mag, soll dahingestellt bleiben.

Bei Reisen in afrikanische Länder ist uns Upcycling durchaus schon in den 70er Jahren begegnet. In Marokko etwa, fertigten junge Menschen mit geschickten Händen „uralte“ Vorderlader Waffen aus gefundenen Holzteilen und mit dem Blech alter Sardinendosen, in das sie Ornamente hämmerten. Reinstes Upcycling, wie wir schmunzelnd feststellen dürfen.

In bescheidener Form nehmen wir an dieser Upcycling Tendenz teil. Bescheiden meint hier vor allem die geringen Stückzahlen unserer Produkte, die Art der Fertigung entspricht durchaus der Idee des Upcycling.

Der Schüttelfrost würde uns allerdings befallen, wenn jemand auf die Idee käme unsere Arbeiten als „Re-Design“ zu bezeichnen. Nahe am Un-Wort des Jahres, sehen wir im Begriff „Re-Design“ eine üble Verwerfung der Deutschen Sprache. Das Präfix „re“ steht, in Latein wie in Deutsch, für zurück oder wieder. Zurück entwickeln wir sicher nichts, und wieder entwickeln klingt schwer nach Wiederkäuen. Wir entwickeln schlicht und einfach „neu“.

Wo auch immer unsere Produkte und Ideen anzusiedeln sein mögen, Diskussionsbeiträge sind sie auf jeden Fall. Und als solche haben wir sie geplant.

 

Limited Edition of 100

Da wir unsere Arbeiten als Diskussionsbeiträge verstehen, sehen wir keine Sinnhaftigkeit in einer unbeschränkten Herstellung der Produkte. Dies wäre für uns der falsche Weg, der Weg in eine alternative Serienfertigung, wie sie in Manufakturen anzusiedeln ist.

Wir grenzen daher die einzelnen Linien der Diskussionsbeiträge durch eine strikte Limitierung ein. Einhundert Varianten erscheinen uns zur ausführlichen Darstellung eines Themas als ausreichend. Bei einzelnen Themenbereichen, als Beispiel mag die Batman-Ikone dienen, wird diese maximale Anzahl sogar deutlich unterschritten.